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Künstliche Hornhaut zur Austestung von Augenreizstoffen
Eine künstliche Hornhaut wurde vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart entwickelt
Das hat eine künstliche Augenhornhaut entwickelt.
Normalerweise genießen die Menschen im Frühling die ersten Sonnenstrahlen und die aufblühende Vegetation. Für viele bringen die Frühjahrsboten jedoch verquollene und rote Augen mit sich. Die Heuschnupfenzeit ist - in diesem Jahr sogar noch früher als gewohnt - angebrochen. Bei leichteren allergischen Reaktionen genügen Nasenspray und Augentropfen, um Linderung zu verschaffen. Ein Tropfen links, ein Tropfen rechts und die Rötungen verschwinden. Bis so ein Mittel allerdings auf den Markt kommt muss es mehrere Tests durchlaufen. Denn egal ob Kosmetika oder Medikamente, ohne genauere Informationen über ihre Wirkungsweise und Nebenwirkungen dürfen sie nicht an den Endverbraucher gelangen. In manchen Fällen sind Tierversuche unumgänglich. Es gibt aber auch Methoden, die ohne Tiere auskommen. Ein derartiges Modell ist die künstliche Augenhornhaut, die von Forschern aus dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart entwickelt wurde. Reaktionen wie Irritationen durch unterschiedlichsten chemischen Substanzen oder fertige kosmetische und medizinische Produkte können an ihr ausgetestet werden. Drei unterschiedliche Zelltypen - Endothel-, Stroma- und Ephitelzellen - bilden zusammen die Augenhornhaut. Um ein funktionierendes Modell zu erhalten, mussten zunächst alle drei Zelltypen herangezüchtet werden. "Als Ausgangsmaterial diente uns die Cornea von fetalen Schweinen, die wir vom Schlachthof bekommen hatten", verdeutlicht Dr. Thomas Graeve aus dem IGB. "Aus einer Hornhaut konnten wir alle drei Zelltypen gewinnen und sie in einem geeignetem Nährmedium zu einer größeren Kultur heranwachsen lassen." Als nächstes mussten die Forscher ein dreidimensionales Modell, die so genannte in-vitro-Cornea, aufbauen. In seiner Struktur und Physiologie entsprach es einer echten Augenhornhaut. Denn erst an dieser künstlichen Hornhaut können die Augenreiztests durchgeführt werden. Die künstliche Augenhornhaut konnte den so genannten Draize-Test zum größten Teil ersetzen, bei dem bisher Kaninchen als Probanden dienten.
Einige Pharmahersteller machen von dieser Alternative bereits Gebrauch. Um weiterhin rote Augen zu vermeiden und zu lindern, wurden an der künstlichen Hornhaut schon verschiedene Konservierungsmittel für augenheilkundliche Präparate auf ihre Unbedenklichkeit untersucht.
20.01.2001
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