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Fernsehen ist nichts für Kleinkinder

Exzessiver TV-Konsum verringert den Wortschatz und die Lernfähigkeit von Kindern. Die Stresswirkung ist stärker als der sogenannte Schulstress.



Viele Mütter achten darauf, dass kleine Kinder nur begrenzt vor dem Fernseher sitzen. Bei Kleinkindern sollten es nicht mehr als wenige Minuten am Tag sein. Doch so streng sehen das nicht alle Eltern. In den USA verbringen bereits zweijährige Kinder im Durchschnitt zwei Stunden am Tag vor dem Fernseher. Und auch in Deutschland setzt sich frühzeitiger Fernsehkonsum zunehmend durch.

Und das selbst zu Zeiten, zu denen Kinder längst im Bett liegen sollten. In Deutschland sitzen um 22 Uhr noch etwa 800.000 Kinder im Kindergartenalter(!) vor dem Fernseher, um 23 Uhr sind es noch immer 200.000. Dabei ist Fernsehen für Kleinkinder auch dann schädlich, wenn die tollste Kindersendung läuft. Kindgerechtes Lernen bedeutet, das Informationen über mehrere Sinneskanäle ans Gehirn gelangen.

Kinder wollen die Welt im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“, etwa wenn eine Katze gestreichelt wird und diese zu schnurren beginnt. Im Gehirn prägen sich solche Erlebnisse besonders gut ein. Wenn das gleiche im Fernsehen verfolgt wird, reagiert das Gehirn auf diese Erfahrung ganz anders. Das Erlebnis wird nur passiv konsumiert. Fernsehen macht Kinder also keineswegs schlau.

Eher das Gegenteil ist der Effekt. Insbesondere frühes Fernsehen kann zu schlechteren Schulleistungen führen. Wer viel fernsieht ist weniger kreativ. Viele Dinge werden nur oberflächlich aufgenommen. Der Denkprozess ist deutlich weniger kritisch. Eine Studie aus Neuseeland zeigte, an der 1000 Kinder bis zu ihrem 26. Lebensjahr begleitet wurden, das der Bildungsgrad in hohem Maße davon bestimmt wird, wieviel Zeit er im Alter von fünf bis 15 Jahren vor dem Fernseher verbrachte. Dieses Ergebnis gilt unabhängig von der sozialen Herkunft der Eltern und unabhängig vom Intelligenzquotienten der Kinder.

Viele Untersuchungen belegen auch: "TV im Vorschulalter führt zu schlechteren Leistungen im Lesen und Schreiben. Und die Kinder lernen auch nur langsamer hinzu als Wenigseher".


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