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Sehprothese für Blinde bald im Test
Wissenschaftler an der RWTH Aachen haben eine Sehprothese entwickelt, die kurz vor der ersten Erprobung am blinden Menschen steht.
Das System wurde für Patienten entwickelt, die an der Erbkrankheit „Retinitis Pigmentosa“ leiden.
Die Sehprothese besteht aus einer High-Tech-Brille und einem Implantat, das ins Auge von Patienten eingepflanzt wird. Es ermöglicht dem Patienten schemenhaftes Sehen, das Erkennen von Umrissen und die Unterscheidung von Schwarz und Weiß. Mit der Marktreife wird frühestens in 5 Jahren gerechnet.
Bei Retinitis pigmentosa sterben die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut langsam ab und sind nicht mehr in der Lage visuelle Reize aufzunehmen und weiterzuleiten. Erste Anzeichen für eine Erkrankung sind der Verlust des Farb- und Kontrast-Sehens, Nachtblindheit und ein Tunnelblick.
Für die Sehprothese werden eine kleine Videokamera und ein so genannter Encoder in eine High-Tech-Brille eingebaut. Der Encoder rechnet die Bildinformationen der Kamera in Signale um. Die Signale sendet er an einen implantierten Chip in der Augenlinse, von dort werden sie auf eine Mikrofolie auf der Netzhaut übertragen. Über Elektroden werden die Nervenzellen stimuliert, die zum Sehnerv führen. Projektleiter Professor Wilfried Mokwa geht davon aus, daß die Sehprothese in anderen Varianten langfristig auch erblindeten Menschen mit anderen Augenkrankheiten helfen kann.
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